Übungsaufgaben Meisterprüfung Teil III mit Lösungen (kostenlos)
Hier findest du 12 Übungen im Stil der Prüfungsfragen für Teil III (Betriebswirtschaft, Recht, Personal, Marketing), quer durch die Handlungsfelder. Antwort anklicken, sofort sehen, ob sie stimmt, und zu jeder Antwortoption nachlesen, warum sie richtig oder falsch ist. Alle Aufgaben mit Lösungen sind kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar.
Ein Betrieb finanziert eine neue Anschaffung ausschließlich aus einbehaltenen Gewinnen vergangener Geschäftsjahre, ohne externe Kapitalgeber einzubeziehen. Wie wird diese Finanzierungsart korrekt eingeordnet?
Die richtige Antwort ist B.
Selbstfinanzierung bedeutet, dass Gewinne im Unternehmen bleiben (nicht ausgeschüttet werden) und Investitionen daraus finanziert werden. Da das Kapital aus dem Betrieb selbst stammt und Eigenkapitalcharakter hat, handelt es sich um Innenfinanzierung durch Eigenkapital.
Aufgabe 2Kalkulation
Ein Geselle hat 1.680 bezahlte Jahresstunden. 30 % davon entfallen auf Urlaub, Krankheit, Rüst- und Leerzeiten. Wie viele produktive (verrechenbare) Stunden bleiben?
Die richtige Antwort ist A.
Produktive Stunden = bezahlte Stunden × (1 − Unproduktiv-Anteil) = 1.680 × 0,70 = 1.176 h. Nur diese Stunden sind verrechenbar.
Aufgabe 3Kalkulation
Die Selbstkosten eines Auftrags betragen 2.000 €. Der Betrieb kalkuliert 10 % Gewinnzuschlag. Wie hoch ist der Barverkaufspreis (netto, vor Skonto/Rabatt)?
Die richtige Antwort ist A.
Barverkaufspreis = Selbstkosten × (1 + Gewinnzuschlag) = 2.000 € × 1,10 = 2.200 €. Skonto und Rabatt kommen erst danach hinzu.
Aufgabe 4Kalkulation
Die Materialeinzelkosten betragen 10.000 €, die Materialgemeinkosten 1.500 €. Wie hoch ist der Materialgemeinkosten-Zuschlagssatz?
Die richtige Antwort ist D.
Gemeinkosten-Zuschlagssatz = Gemeinkosten ÷ Einzelkosten × 100 = 1.500 € ÷ 10.000 € × 100 = 15 %. So werden die Materialgemeinkosten in der Zuschlagskalkulation verrechnet.
Aufgabe 5Kalkulation
Auftrag D erzielt einen Umsatz von 12.000 € bei variablen Kosten von 7.800 €. Wie hoch ist die Deckungsbeitrags-Marge (DB-Marge) des Auftrags?
Ein Elektromeister schließt die Installation einer PV-Anlage ab. Der Kunde erklärt die Abnahme. Ab welchem Zeitpunkt beginnt die Gewährleistungsfrist zu laufen?
Die richtige Antwort ist C.
Die Abnahme (§ 640 BGB) ist der zentrale Zeitpunkt im Werkvertragsrecht: Ab hier läuft die Gewährleistungsfrist, geht das Risiko auf den Besteller über und wird die Vergütung fällig.
Aufgabe 7Personal
Ein Betrieb bezahlt seine Fliesenleger nach der Anzahl verlegter Quadratmeter. Welche Entlohnungsform liegt vor, und was ist ihr Hauptrisiko?
Die richtige Antwort ist B.
Vergütung nach Menge/Stück ist Leistungslohn. Er bietet einen starken Leistungsanreiz, birgt aber ein Qualitätsrisiko — schnelles Arbeiten kann zulasten der Sorgfalt gehen.
Aufgabe 8Gründung
Wie hoch ist das Mindeststammkapital einer GmbH?
Die richtige Antwort ist B.
Das Stammkapital der GmbH beträgt 25.000 € (§ 5 GmbHG). Bei Bargründung müssen mindestens 12.500 € eingezahlt sein.
Aufgabe 9Recht
Welche Rechtsform hat eine unbeschränkte Haftung aller Gesellschafter?
Die richtige Antwort ist C.
Die OHG (offene Handelsgesellschaft) — alle Gesellschafter haften unbeschränkt, unmittelbar und gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen.
Aufgabe 10Marketing
Ein SHK-Betrieb entscheidet sich, sich auf Wärmepumpen zu spezialisieren, verlangt dafür Premiumpreise, beliefert nur einen Radius von 30 km und wirbt über Google Ads. Welchem P des Marketing-Mix ist die Spezialisierung auf Wärmepumpen zuzuordnen?
Die richtige Antwort ist A.
Die Spezialisierung auf Wärmepumpen betrifft die angebotene Leistung selbst und gehört damit zu Product (Leistungspolitik). Premiumpreis = Price, 30-km-Radius = Place, Google Ads = Promotion.
Aufgabe 11Organisation
Ein Dachdeckerbetrieb entscheidet sich, sich in den nächsten 3–5 Jahren strategisch auf Solaranlagen zu spezialisieren. Auf welcher Planungsebene liegt diese Entscheidung?
Die richtige Antwort ist C.
Grundsatzentscheidungen mit einem Zeithorizont von 3–5 Jahren gehören zur strategischen Planung — im Gegensatz zur taktischen Planung (1–3 Jahre, Umsetzung) und operativen Planung (Wochen–Monate, Tagesgeschäft).
Aufgabe 12Wettbewerbsfähigkeit
Ein Betrieb strebt gleichzeitig 'schnelles Umsatzwachstum' und 'konstant hohe Ausführungsqualität' an. Welche Zielbeziehung liegt hier typischerweise vor?
Die richtige Antwort ist B.
Umsatzwachstum und Qualitätssicherung sind ein typisches Beispiel für konkurrierende (konfliktäre) Ziele — schnelles Wachstum bindet Ressourcen, die dann für Sorgfalt und Qualitätssicherung fehlen können.
Rechenaufgaben zum Üben
Rechne zuerst selbst und klappe dann den Lösungsweg auf. Im Meister-Trainer erzeugt die Rechen-Engine unbegrenzt neue Varianten dieser Aufgabentypen.
Rechenaufgabe 1
Kalkuliere einen Auftrag: Materialeinzelkosten 950 €, Materialgemeinkosten-Zuschlag 10 %, Fertigungslöhne 700 €, Fertigungsgemeinkosten-Zuschlag 80 %, Verwaltungsgemeinkosten 10 %, Vertriebsgemeinkosten 3 %. Wie hoch sind die Selbstkosten (in €)?
Die gesamten jährlichen Kosten deines Ein-Mann-Betriebs (Lohn, Gemeinkosten, Gewinnanteil) betragen 72.000 €. Du kalkulierst mit 1.600 produktiven (verrechenbaren) Stunden pro Jahr. Wie hoch muss dein Stundenverrechnungssatz sein (in €)?
Eigene Übungsaufgaben des Meister-Trainers, keine echten Prüfungsfragen. Zur Selbsteinschätzung, kein Prüfungsergebnis und keine Rechts- oder Steuerberatung.