Azubis motivieren: Maslow, Herzberg und das Feedbackgespräch
Stell dir zwei Azubis vor.

Dieses Video erscheint am 17.11. auf YouTube. Das Transkript kannst du schon jetzt lesen.
Kapitel
- 0:08 Der Einstieg
- 0:28 Maslow · Bedürfnispyramide
- 0:55 Der Kerngedanke
- 1:17 Herzberg
- 1:34 Das Lohn-Beispiel
- 1:54 Zwei Beispiele
- 2:13 Die Eselsbrücke
- 2:28 Praktisch für dich als Ausbilder
- 2:53 Typische Kriterien
- 3:09 Prüfungs-Merksatz
Transkript
Stell dir zwei Azubis vor. Der eine bekommt fairen Lohn, einen sauberen Arbeitsplatz und nie ein Wort zu viel.
Der Einstieg
Der andere bekommt das Gleiche, aber sein Meister sagt ihm regelmäßig, was er richtig gemacht hat, und gibt ihm nach und nach mehr Verantwortung. Rate mal, wer motivierter zur Arbeit kommt. Genau darum geht es in dieser Lektion, und im Fachgespräch der AEVO-Prüfung wird das gern konkret abgefragt.
Maslow · Bedürfnispyramide
Fangen wir kurz mit Maslow an, der Bedürfnispyramide. Ganz unten stehen die Grundbedürfnisse, Essen, Trinken, Schlaf, darüber die Sicherheit, also ein geschützter Arbeitsplatz. Dann folgen soziale Bedürfnisse, die Zugehörigkeit zum Team, darüber die Wertschätzung, Lob und Erfolgserlebnisse, und ganz oben die Selbstverwirklichung, eigene Ideen einbringen, die Meisterprüfung angehen.
Der Kerngedanke
Der Kerngedanke: Erst wenn die unteren Stufen einigermaßen erfüllt sind, wirkt die nächste Stufe überhaupt.
Für die Prüfung viel wichtiger ist Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie, denn die wird ständig in Fallbeispielen abgefragt. Herzberg unterscheidet zwei völlig unterschiedliche Gruppen von Einflüssen.
Herzberg
Die erste Gruppe heißt Hygienefaktoren. Dazu zählen faire Vergütung, gute Arbeitsbedingungen, Sicherheit, ein kollegiales Umfeld. Der Trick dabei: Diese Faktoren machen niemanden wirklich zufrieden. Sie verhindern nur Unzufriedenheit.
Das Lohn-Beispiel
Stimmt der Lohn nicht, ist der Azubi unzufrieden. Stimmt der Lohn, ist er deswegen noch lange nicht begeistert bei der Sache, er ist einfach nur nicht sauer.
Die zweite Gruppe sind die Motivatoren, und die erzeugen echte Zufriedenheit. Anerkennung, Verantwortung, Aufstiegsmöglichkeiten, Erfolgserlebnisse.
Zwei Beispiele
Wenn du deinem Azubi sagst, die Lötstelle ist sauber gearbeitet, der Übergang ist gleichmäßig, dann ist das ein Motivator. Wenn du ihm nach und nach mehr zutraust, vom einfachen Zuarbeiten bis zur eigenständigen Baustelle, ist das ebenfalls ein Motivator.
Die Eselsbrücke
Merk dir die Eselsbrücke: Hygiene verhindert Unzufriedenheit, Motivatoren erzeugen echte Zufriedenheit. Ein sauberer Arbeitsplatz allein macht niemanden glücklich, aber gezieltes Lob schon.
Praktisch für dich als Ausbilder
Praktisch heißt das für dich als Ausbilder: Lobe konkret und zeitnah, nicht nur ein pauschales gut gemacht. Behandle Fehler als Lernchance, nicht als Vorwurf. Steigere die Verantwortung schrittweise. Und führe mindestens einmal im Monat ein strukturiertes Feedbackgespräch, in dem ihr klärt, was gut läuft und wo Verbesserungsbedarf besteht.
Typische Kriterien
Als Kriterien dienen typischerweise fachliche Leistung, Arbeitsqualität, Tempo, Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Ordnung, Teamfähigkeit, Kundenumgang, Lernbereitschaft und die Berufsschulnoten.
Prüfungs-Merksatz
Für die Prüfung merk dir diesen Satz: Sicherheit und faire Bezahlung verhindern Unzufriedenheit, aber erst konkretes Lob und wachsende Verantwortung erzeugen echte Motivation.