Kalkulation · Folge 1 von 6

Zuschlagskalkulation einfach erklärt: vom Material zum Angebotspreis

Stell dir vor, du hast alle Materialrechnungen und Stundenzettel für einen Auftrag zusammen, aber am Ende weißt du nicht.

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Kapitel

  1. 0:13 Worum geht es
  2. 0:32 Stufe 1
  3. 0:59 Stufe 3
  4. 1:15 Stufe 4
  5. 1:33 Stufe 6
  6. 1:51 Rechenbeispiel
  7. 2:57 Prüfungs-Merksatz

Transkript

Stell dir vor, du hast alle Materialrechnungen und Stundenzettel für einen Auftrag zusammen, aber am Ende weißt du nicht, was du dem Kunden berechnen sollst, damit unterm Strich wirklich Gewinn übrig bleibt.

Worum geht es

Genau dafür gibt es die Zuschlagskalkulation, das zentrale Werkzeug, um aus reinen Kosten einen tragfähigen Angebotspreis zu machen, und in der Meisterprüfung gehört ihre Reihenfolge zum Pflichtwissen.

Die Zuschlagskalkulation baut wie eine Treppe stufenweise auf.

Stufe 1

Ganz unten stehen deine Materialkosten: die Materialeinzelkosten, also was das Material direkt gekostet hat, plus ein Zuschlag für Materialgemeinkosten, also Lager und Einkauf. Parallel dazu stehen deine Fertigungskosten: die Fertigungslöhne, also die bezahlte Arbeitszeit, plus ein Zuschlag für Fertigungsgemeinkosten, also Maschinen, Werkstatt, Energie.

Stufe 3

Addierst du beides, bekommst du die Herstellkosten, die erste wichtige Zwischensumme. Und hier passiert der klassische Prüfungsfehler: Viele verwechseln die Herstellkosten mit den Selbstkosten. Das sind sie nicht.

Stufe 4

Auf die Herstellkosten kommen erst noch die Verwaltungsgemeinkosten und die Vertriebsgemeinkosten drauf, also Büro, Buchhaltung, Vertrieb. Erst dann hast du die Selbstkosten. Darauf packst du deinen Gewinnzuschlag, und daraus wird der Barverkaufspreis.

Stufe 6

Weil viele Kunden Skonto ziehen oder du Rabatt einräumst, rechnest du zum Schluss noch einen Skonto- und Rabatt-Zuschlag drauf, damit unterm Strich trotzdem dein kalkulierter Gewinn übrig bleibt. Das Ergebnis ist der Zielverkaufspreis, dein Netto-Listenpreis.

Rechenbeispiel

Damit du das im Kopf durchrechnen kannst, ein einfaches Beispiel. Das Material kostet dich achthundert Euro, plus fünfzehn Prozent Materialgemeinkosten macht neunhundertzwanzig Euro Materialkosten. Die Fertigungslöhne liegen bei sechshundert Euro, plus zwanzig Prozent Fertigungsgemeinkosten macht siebenhundertzwanzig Euro Fertigungskosten. Zusammen ergibt das eintausendsechshundertvierzig Euro Herstellkosten. Verwaltung und Vertrieb bringen zusammen rund fünfzehn Prozent, also rund zweihundertfünfzig Euro drauf, macht knapp eintausendneunhundert Euro Selbstkosten. Zehn Prozent Gewinn draufgerechnet ergeben etwa zweitausendfünfundsiebzig Euro Barverkaufspreis, und drei Prozent für Skonto und Rabatt drauf landen bei rund zweitausendeinhundertvierzig Euro Zielverkaufspreis. Das exakte Rechnen machst du später in der App, wichtig ist jetzt die Reihenfolge im Kopf.

Prüfungs-Merksatz

Merk dir für die Prüfung: Material plus Fertigung ergibt die Herstellkosten, dann kommen Verwaltung und Vertrieb dazu und ergeben die Selbstkosten, dann der Gewinn ergibt den Barverkaufspreis, und erst Skonto und Rabatt obendrauf ergeben den Zielverkaufspreis. Herstellkosten sind niemals die Selbstkosten, wer diesen Unterschied verwechselt, verschenkt in der Prüfung und im echten Angebot bares Geld.

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