Deckungsbeitrag & Break-even einfach erklärt
Stell dir vor, du bekommst einen Auftrag, bei dem du am Ende noch keinen einzigen Euro Gewinn siehst — und trotzdem ist es genau der richtige Auftrag.
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Kapitel
- 0:10 Worum geht es
- 0:29 Die zwei Kostenarten
- 0:57 Rechenbeispiel
- 1:48 Der Denkfehler
- 2:27 Prüfungs-Merksatz
Transkript
Stell dir vor, du bekommst einen Auftrag, bei dem du am Ende noch keinen einzigen Euro Gewinn siehst — und trotzdem ist es genau der richtige Auftrag.
Worum geht es
Genau das verstehst du, wenn du den Deckungsbeitrag begreifst, und der ist eine der wichtigsten Kennzahlen für deine Meisterprüfung in Kalkulation.
Der Deckungsbeitrag, kurz D B, sagt dir, was von einem Auftrag übrig bleibt, wenn du die variablen Kosten abgezogen hast — also die Kosten, die direkt mit genau diesem Auftrag zusammenhängen, zum Beispiel Material und die Arbeitszeit, die für dieses eine Stück draufgeht. Was übrig bleibt, deckt zuerst deine Fixkosten — also Miete, Maschinen, Versicherungen, Gehälter im Büro, Dinge, die anfallen, egal ob du zehn oder hundert Aufträge machst. Erst wenn die Fixkosten komplett gedeckt sind, wird aus dem Deckungsbeitrag echter Gewinn.
Rechenbeispiel
Rechnen wir das an einem einfachen Beispiel durch. Sagen wir, du verkaufst ein Produkt für neunzig Euro. Die variablen Kosten dafür, Material plus direkte Fertigung, liegen bei vierundfünfzig Euro. Ziehst du die vierundfünfzig von den neunzig ab, bleiben dir sechsunddreißig Euro Deckungsbeitrag pro Stück. Diese sechsunddreißig Euro fließen jetzt in deine Fixkosten. Nehmen wir an, dein Betrieb hat achtzehntausend Euro Fixkosten im Monat. Dann teilst du die achtzehntausend Euro durch die sechsunddreißig Euro Deckungsbeitrag je Stück, und du bekommst fünfhundert. Das heißt: Ab fünfhundert verkauften Stück hast du deine kompletten Fixkosten gedeckt — das ist dein Break-even-Punkt.
Der Denkfehler
Jedes Stück davor hat zwar noch keinen Gewinn gebracht, aber jedes einzelne hat geholfen, die Fixkosten Stück für Stück abzubauen. Und jedes Stück ab Nummer fünfhunderteins ist reiner Gewinn, weil die Fixkosten schon vollständig bezahlt sind.
Das ist der Punkt, den viele in der Prüfung verwechseln: Ein Auftrag ohne Gewinn ist nicht automatisch ein schlechter Auftrag. Solange der Verkaufspreis über den variablen Kosten liegt, trägt jeder Auftrag etwas zur Deckung deiner Fixkosten bei — auch wenn unterm Strich noch keine schwarze Zahl steht.
Merk dir für die Prüfung:
Prüfungs-Merksatz
Deckungsbeitrag ist Verkaufspreis minus variable Kosten je Stück, und die Break-even-Menge ist Fixkosten geteilt durch Deckungsbeitrag je Stück. Erst oberhalb dieser Menge wird aus Kostendeckung echter Gewinn.