Kalkulation · Folge 3 von 6

Stundenverrechnungssatz berechnen: dein realistischer Stundensatz

Der Stundenverrechnungssatz entscheidet darüber, ob dein Betrieb am Jahresende Gewinn macht oder ob du dich kostenlos verschenkst.

Titelbild: Der Stundenverrechnungssatz komplett

Dieses Video erscheint am 09.11. auf YouTube. Das Transkript kannst du schon jetzt lesen.

Kapitel

  1. 0:14 In drei Stufen zum Preis
  2. 0:48 Die häufigste Falle
  3. 1:22 Stufe 1
  4. 1:51 Stufe 2 + 3
  5. 2:20 Prüfungs-Merksatz

Transkript

Der Stundenverrechnungssatz entscheidet darüber, ob dein Betrieb am Jahresende Gewinn macht oder ob du dich kostenlos verschenkst — und genau deshalb ist er eine der häufigsten Rechenaufgaben in Teil drei.

In drei Stufen zum Preis

Die Idee dahinter ist einfach, wenn du sie in drei Stufen denkst. Erste Stufe: der Selbstkosten-Stundensatz. Das ist der Betrag, den eine Arbeitsstunde deinen Betrieb tatsächlich kostet, ohne einen Cent Gewinn. Dafür addierst du die kompletten Personalkosten eines Mitarbeiters, also Gehalt plus Arbeitgeberanteile, und die anteiligen Gemeinkosten, also Miete, Fahrzeuge, Verwaltung, Werkzeuge und so weiter. Diese Summe teilst du durch die produktiven Stunden im Jahr.

Die häufigste Falle

Und genau hier liegt die Falle, in die die meisten Handwerker tappen: Sie rechnen mit zweitausend Stunden im Jahr, weil das nach vierzig Stunden pro Woche mal fünfzig Wochen aussieht. Realistisch sind es aber nur etwa siebzehnhundert produktive Stunden. Urlaub, Krankheit, Fortbildung, Rüstzeiten und Büroarbeit fressen den Rest. Wer trotzdem mit zweitausend Stunden kalkuliert, unterschätzt seinen nötigen Stundensatz um rund fünfzehn Prozent — und arbeitet dauerhaft unter Wert, ohne es zu merken.

Rechnen wir ein Beispiel durch.

Stufe 1

Ein Mitarbeiter kostet dich fünfundvierzigtausend Euro im Jahr an reinen Personalkosten. Dazu kommen achtzehntausend Euro anteilige Gemeinkosten. Macht zusammen dreiundsechzigtausend Euro Gesamtkosten. Die teilst du durch siebzehnhundert produktive Stunden, und du landest bei etwa siebenunddreißig Euro sechs Cent. Das ist dein Selbstkosten-Stundensatz — reine Kostendeckung, noch kein Gewinn.

Zweite Stufe:

Stufe 2 + 3

Du schlägst deinen Gewinn drauf, sagen wir fünfzehn Prozent. Aus siebenunddreißig Euro sechs Cent werden so rund zweiundvierzig Euro zweiundsechzig Cent. Das ist dein Netto-Stundensatz.

Dritte Stufe: Die Umsatzsteuer von neunzehn Prozent kommt oben drauf, und du landest bei etwa fünfzig Euro zweiundsiebzig Cent. Das ist dein Brutto-Stundensatz — der Preis, der am Ende auf der Rechnung deines Kunden steht.

Prüfungs-Merksatz

Präg dir die Reihenfolge als festen Merksatz ein: Selbstkosten decken die Kosten, Netto bringt den Gewinn, Brutto ist der Rechnungspreis auf der Kundenrechnung. Wer diese drei Stufen im Schlaf beherrscht, besteht nicht nur die Prüfung, sondern kalkuliert auch im echten Betrieb nie wieder unter Wert.

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