Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträger & BAB einfach erklärt
Jede Kalkulation im Handwerksbetrieb steht und fällt mit einer einfachen Frage: Weißt du wirklich.

Dieses Video erscheint am 12.11. auf YouTube. Das Transkript kannst du schon jetzt lesen.
Kapitel
- 0:13 Worum geht es
- 0:42 Stufe 2
- 1:15 BAB
- 1:47 Zuschlagssatz ableiten
- 2:24 Stufe 3
- 2:49 Prüfungs-Merksatz
Transkript
Jede Kalkulation im Handwerksbetrieb steht und fällt mit einer einfachen Frage: Weißt du wirklich, welche Kosten wo entstehen und wofür sie am Ende gebraucht werden?
Worum geht es
Genau diese drei Fragen bilden die drei Stufen der Kostenrechnung, und sie gehören zum festen Prüfungsstoff in Teil drei.
Die erste Stufe ist die Kostenartenrechnung. Sie fragt: Welche Kosten sind überhaupt angefallen? Dazu zählst du zum Beispiel Materialkosten, Personalkosten, Abschreibungen und Miete. Das ist die reine Bestandsaufnahme, noch ohne Bezug darauf, wo im Betrieb diese Kosten entstanden sind.
Stufe 2
Die zweite Stufe ist die Kostenstellenrechnung. Sie fragt: Wo sind die Kosten angefallen? Also in welcher Abteilung, welchem Bereich deines Betriebs. Typische Kostenstellen sind die Werkstatt, das Büro oder der Fuhrpark. Und genau hier kommt das wichtigste Werkzeug ins Spiel: der Betriebsabrechnungsbogen, kurz BAB. Er verteilt die Gemeinkosten, also die Kosten, die sich nicht direkt einem Auftrag zuordnen lassen, auf die einzelnen Kostenstellen.
BAB
Stell dir die Jahresmiete deines Betriebs vor, insgesamt zwölftausend Euro. Die verteilst du im BAB nach Fläche und Nutzung: sechstausend Euro gehen an die Fertigung, weil dort die Werkstatt am meisten Platz braucht, dreitausend Euro an die Verwaltung fürs Büro, zweitausend Euro ans Materiallager, und die restlichen tausend Euro an den Vertrieb. So macht der BAB aus einer einzigen Position sichtbar, wo die Kosten wirklich landen.
Zuschlagssatz ableiten
Aus diesen Kostenstellen-Summen leitest du dann die Zuschlagssätze für die Kalkulation ab. Nimm an, die gesamten Material-Gemeinkosten im BAB summieren sich auf dreitausendfünfhundert Euro, und deine Materialeinzelkosten im selben Zeitraum liegen bei zehntausend Euro. Dann teilst du dreitausendfünfhundert durch zehntausend und multiplizierst mit hundert, das ergibt einen Material-Gemeinkosten-Zuschlag von fünfunddreißig Prozent. Genau mit diesem Zuschlag rechnest du später jeden einzelnen Auftrag durch.
Stufe 3
Die dritte und letzte Stufe ist die Kostenträgerrechnung. Sie fragt: Wofür sind die Kosten angefallen, für welchen Auftrag, welches Produkt? Sie nimmt die im BAB verteilten Kosten und rechnet sie konkret auf den einzelnen Auftrag um, genau das leistet die Zuschlagskalkulation, die du in der vorherigen Lektion gelernt hast.
Prüfungs-Merksatz
Präg dir für die Prüfung die Reihenfolge ein: Welche, Wo, Wofür, also Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträger. Und wenn dir in der Prüfung ein BAB als Tabelle vorgelegt wird, weißt du sofort, was zu tun ist: Gemeinkosten durch Bezugsgröße, mal hundert.