Kalkulation · Folge 5 von 6

Angebotskalkulation: eine Einbauküche komplett durchrechnen

Eine Angebotskalkulation ist der Beweis, dass du als Meisterin oder Meister genau weißt, wie sich der Preis zusammensetzt, den du deinem Kunden nennst.

Titelbild: Angebotskalkulation — ein Fallbeispiel

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Kapitel

  1. 0:12 Der Fall
  2. 1:33 Bis zum Angebotspreis
  3. 2:47 Prüfungs-Merksatz

Transkript

Eine Angebotskalkulation ist der Beweis, dass du als Meisterin oder Meister genau weißt, wie sich der Preis zusammensetzt, den du deinem Kunden nennst.

Der Fall

Am besten verstehst du die Zuschlagskalkulation über einen echten Fall. Stell dir einen Schreinerbetrieb vor, der eine Einbauküche kalkuliert.

Der Ausgangspunkt sind die Materialeinzelkosten, hier dreitausend Euro für Platten, Beschläge und Arbeitsplatte. Darauf kommt der Materialgemeinkostenzuschlag von zehn Prozent, also dreihundert Euro für Lager, Einkauf und Materialverwaltung. Zusammen ergibt das die Materialkosten von dreitausenddreihundert Euro.

Parallel dazu läuft die Fertigung. Vierundzwanzig Stunden Werkstattarbeit zu je zweiundvierzig Euro ergeben Fertigungseinzelkosten von eintausendacht Euro. Weil in der Werkstatt Maschinen, Energie und Vorhaltekosten mitlaufen, kommt hier ein satter Fertigungsgemeinkostenzuschlag von hundertzwanzig Prozent drauf, das sind noch einmal rund eintausendzweihundertzehn Euro. Zusammen macht das Fertigungskosten von rund zweitausendzweihundertachtzehn Euro.

Und jetzt der Punkt, an dem viele Prüflinge stolpern: Material- und Fertigungskosten zusammen ergeben die Herstellkosten, in unserem Fall rund fünftausendfünfhundertachtzehn Euro.

Bis zum Angebotspreis

Das sind die reinen Produktionskosten, noch keine Verwaltung, kein Vertrieb, kein Gewinn. Wer hier schon den Angebotspreis nennt, vergisst, dass der Betrieb auch Büro, Buchhaltung und Kundenakquise bezahlen muss.

Deshalb kommen jetzt zwei weitere Zuschläge auf die Herstellkosten: acht Prozent Verwaltungsgemeinkosten und fünf Prozent Vertriebsgemeinkosten, zusammen rund siebenhundertsiebzehn Euro. Damit landest du bei den Selbstkosten von rund sechstausendzweihundertfünfunddreißig Euro, dem, was der Auftrag den Betrieb tatsächlich kostet.

Erst jetzt, ganz am Schluss der Kostenseite, kommt der Gewinnzuschlag von zehn Prozent dazu, rund sechshundertdreiundzwanzig Euro, und du erhältst den Barverkaufspreis netto von rund sechstausendachthundertachtundfünfzig Euro. Die Umsatzsteuer von neunzehn Prozent kommt zum Schluss oben drauf, rund eintausenddreihundertdrei Euro, und dein Kunde sieht am Ende einen Brutto-Angebotspreis von rund achttausendeinhunderteinundsechzig Euro.

Prüfungs-Merksatz

Merk dir die Reihenfolge wie eine Leiter, die du nie überspringst. Material plus Materialgemeinkosten, Fertigung plus Fertigungsgemeinkosten, zusammen die Herstellkosten. Darauf Verwaltung und Vertrieb, das ergibt die Selbstkosten. Darauf der Gewinn, das ist der Barverkaufspreis. Und ganz zuletzt die Umsatzsteuer, erst dann steht der Angebotspreis, den der Kunde unterschreibt. Rechne in der Prüfung immer schrittweise und runde erst ganz am Ende, ein Fehler in der ersten Stufe zieht sich sonst durch die komplette Kette.

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