AEVO kompakt — Ausbildung durchführen · Folge 5 von 6

Lernziele formulieren einfach erklärt: Richt-, Grob-, Feinlernziel und die vier Fragen

Stell dir vor, du sitzt in der praktischen AEVO-Prüfung, hast deinen Unterweisungsentwurf vor dir liegen.

Titelbild: Lernziele operationalisieren

Dieses Video erscheint am 03.12. auf YouTube. Das Transkript kannst du schon jetzt lesen.

Kapitel

  1. 0:08 Die Prüfungsfrage
  2. 0:27 Ganz oben
  3. 0:42 Darunter
  4. 0:59 Operationalisiert heißt
  5. 1:25 Das Muster dahinter
  6. 1:43 Dazu: der Lernbereich
  7. 2:06 Im Handwerk
  8. 2:35 Prüfungs-Merksatz

Transkript

Stell dir vor, du sitzt in der praktischen AEVO-Prüfung, hast deinen Unterweisungsentwurf vor dir liegen, und der Ausschuss fragt:

Die Prüfungsfrage

was genau soll dein Azubi nach dieser Unterweisung können, ganz konkret? Wenn deine Antwort da schwammig bleibt, verlierst du Punkte, bevor du überhaupt losgelegt hast. Genau deshalb geht es heute um operationalisierte Lernziele, das Herzstück jedes guten Unterweisungsentwurfs.

Ganz oben

Lernziele werden in drei Ebenen heruntergebrochen. Ganz oben steht das Richtlernziel, das übergeordnete Ziel aus dem Ausbildungsrahmenplan, also etwas Großes wie elektrische Anlagen fachgerecht installieren können.

Darunter

Darunter das Groblernziel, die Konkretisierung für einen bestimmten Ausbildungsabschnitt, zum Beispiel Leitungen fachgerecht verlegen und anschließen. Und ganz unten, für die einzelne Unterweisung, das Feinlernziel. Und das muss operationalisiert sein.

Operationalisiert heißt

Operationalisiert heißt: beobachtbar und überprüfbar. Nicht irgendwas Vages wie der Azubi versteht das Abisolieren, sondern etwas, das du am Ende der Unterweisung tatsächlich sehen und bewerten kannst. Ein Beispiel aus der Praxis: der Auszubildende kann nach der Unterweisung eine NYM-Leitung fachgerecht und sicher mit dem Seitenschneider und der Abisolierzange abisolieren.

Das Muster dahinter

Merk dir das Muster dahinter, denn es trägt jedes Feinlernziel: wer kann was, womit, und wie gut. Wer ist der Azubi, was ist die Tätigkeit, womit sind Werkzeug und Material, und wie gut steht für die Güte, also fachgerecht, sicher, selbstständig.

Dazu: der Lernbereich

Dazu kommt noch die Einordnung in einen Lernbereich. Kognitiv meint reines Wissen, etwa Normen kennen oder einen Vorgang erklären können. Psychomotorisch meint die handwerkliche Fertigkeit selbst, also eine Verbindung fachgerecht herstellen. Und affektiv meint die Haltung dahinter, Sorgfalt, Sicherheitsbewusstsein.

Im Handwerk

In den meisten handwerklichen Unterweisungen steht der psychomotorische Bereich im Vordergrund, aber kognitive und affektive Anteile schwingen immer mit.

Für den Entwurf heißt das ganz praktisch: formuliere dein Feinlernziel nach dem Muster der Auszubildende kann etwas fachgerecht und selbstständig durchführen und dabei die geltenden Sicherheitsvorschriften einhalten, und ordne es klar einem Lernbereich zu.

Prüfungs-Merksatz

Und hier dein Merksatz für die Prüfung: kein Feinlernziel ohne die vier Fragen wer, was, womit, wie gut, und ohne einen klar benannten Lernbereich.

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