Was ein Geselle wirklich kostet: Brutto, Netto, Arbeitgeberanteil
Was ein Geselle deinen Betrieb wirklich kostet, weißt du erst, wenn du den Unterschied zwischen Bruttolohn und Arbeitgeber-Gesamtkosten verstanden hast.

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Kapitel
- 0:17 Die Entlohnungsformen
- 1:03 Prüfungs-Denksport
- 1:18 Das Beispiel
- 1:52 Was der Geselle bekommt
- 2:24 Was der Betrieb zahlt
- 2:56 Der Stundensatz
Transkript
Was ein Geselle deinen Betrieb wirklich kostet, weißt du erst, wenn du den Unterschied zwischen Bruttolohn und Arbeitgeber-Gesamtkosten verstanden hast – und genau dieser Unterschied entscheidet später, ob dein Stundensatz überhaupt kostendeckend ist.
Die Entlohnungsformen
Fangen wir mit den Entlohnungsformen an, die du im Betrieb einsetzen kannst. Der Zeitlohn ist die einfachste Variante: fester Stundenlohn mal geleistete Stunden. Planbar, leicht zu kalkulieren, aber ohne Leistungsanreiz – wer schnell arbeitet, verdient nicht mehr als wer langsam arbeitet. Der Leistungslohn dreht das um: bezahlt wird nach Menge oder Stück. Das motiviert zur Geschwindigkeit, birgt aber ein Qualitätsrisiko, wenn Tempo vor Sorgfalt geht. Der Prämienlohn verbindet beides: ein Grundlohn plus eine Prämie, wenn ein bestimmtes Ziel erreicht wird, etwa Termintreue oder Ausschussquote. Motivierend, aber aufwändiger in der Verwaltung, weil du Zielgrößen definieren und kontrollieren musst.
Prüfungs-Denksport
Der eigentliche Denksport in der Prüfung ist aber die Brutto-Netto-Berechnung, genauer: der Unterschied zwischen dem, was der Mitarbeiter netto in der Tasche hat, und dem, was dich als Arbeitgeber dieser Mitarbeiter tatsächlich kostet.
Das Beispiel
Nimm als Beispiel einen Gesellen mit 3200 Euro brutto im Monat. Von den Sozialversicherungsbeiträgen tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte: Krankenversicherung mit rund 7,3 Prozent plus Zusatzbeitrag, Rentenversicherung mit 9,3 Prozent, Arbeitslosenversicherung mit 1,3 Prozent und Pflegeversicherung mit rund 1,7 Prozent – bei jedem dieser vier Beiträge zahlt der Betrieb also den gleichen Betrag wie der Mitarbeiter selbst.
Was der Geselle bekommt
In unserem Beispiel sind das für den Arbeitnehmer zusammen rund 657 Euro, dazu kommen bei ihm noch Lohnsteuer von etwa 350 Euro sowie, falls Kirchensteuer anfällt, rund 30 Euro dafür – der Solidaritätszuschlag entfällt bei diesem Einkommen seit der Reform 2021 für die allermeisten Arbeitnehmer und spielt hier keine Rolle mehr. Damit bleiben dem Gesellen netto etwa 2163 Euro.
Was der Betrieb zahlt
Der Betrieb dagegen zahlt zu den 3200 Euro brutto die gleichen 657 Euro Sozialversicherung obendrauf – und zusätzlich, nur vom Arbeitgeber allein zu tragen, die Umlagen U1, U2 und U3 sowie den Beitrag zur Berufsgenossenschaft, zusammen rund 130 Euro. Unterm Strich kostet dieser eine Geselle den Betrieb also fast 4000 Euro im Monat, während er selbst nur gut 2100 Euro davon sieht.
Der Stundensatz
Genau diese Differenz musst du kennen, wenn du deinen Stundensatz kalkulierst – rechnest du nur mit dem Bruttolohn, kalkulierst du dich arm.
Merk dir für die Prüfung die Faustregel: Arbeitgeber-Gesamtkosten entsprechen ungefähr dem Bruttolohn plus 20 bis 25 Prozent. Wird dir in der Aufgabe ein Bruttogehalt genannt, schlägst du grob ein Viertel drauf – und hast die realistischen Kosten für deine Kalkulation.